Unter dem Thema „Verkehr und Kultur“ kamen Ende Mai etwa zehn Schüler aus Istanbul für eine Woche zu Besuch, die wir in unseren Familien und an unserer Schule willkommen hießen. Allein diese Woche war schon von kulturellem Austausch bei Currywurst, Gesellschaftsspielen und Bundestag-Besuch geprägt und durch diesen persönlichen Bezug stieg die Vorfreude auf die Instanbul-Reise vom 11.-18. Juni umso mehr.
Aufgrund von ökologischen Überzeugungen, entschieden sich zwei von uns für eine Anreise per Bus und Bahn, die erstaunlich reibungslos und spannend verlief. Während diese bereits morgens in Istanbul ankamen, landete die Flugzeug-Gruppe erst nachmittags. Im Hotel trafen wir uns dann alle. Schon der kurze Weg vom Flughafen zum Hotel reichte, um uns von der Größe und Imposanz der Stadt Istanbul zu überzeugen. In der Schule İstanbul Erkek Lisesi wurden wir mit offenen Armen in der Kultur- und Sportwoche empfangen. Wir wurden beeindruckt von den außergewöhnlichen, schuluntypischen Aktivitäten, wie u.a. einem Heißluftballon, einer Seilbahn, Hüpfburgen, Perlen-Workshops und diversen Konzerten, die von SchülerInnen organisiert und durchgeführt wurden. Dadurch wurde uns ein sehr authentisches Bild von Istanbul und den SchülerInnen dieser Schule ermöglicht. Andererseits haben wir uns ebenfalls an den kulturellen Anlaufpunkten, wie der Hagia Sofia, der Cisterna Basilica, der Blauen Moschee, Çamlıca Moschee, unzähligen kleineren, nicht minder beeindruckenderen Moscheen, dem Galata-Turm, dem Gran und Ägyptischen Bazaar und dem turbulenten Straßenleben, erfreut. Ein Highlight war hierbei die Begleitung durch die Straßenkatzen und die Selbstverständlichkeit, mit der man vom europäischen zum asiatischen Kontinent wechselte. Besonders Kadıköy auf der asiatischen Seite mit seiner geselligen, bunten Café- und Ladenkultur, hat uns ausgesprochen gut gefallen. Aber auch die europäische Seite mit dem Galata-Viertel und Fatih war nicht minder eindrucksvoll und besonders dort sind uns die Menschen mit ihrer Gastfreundschaft, nicht selten bei einer Tasse Çay, und ihrer Weltoffenheit, aufgefallen. So war man nah an den Menschen und ihren Lebensrealitäten dran.
Unbedingt zu erwähnen ist das Essen, welches uns vor allem aufgrund der Unterschiede zur heimischen Küche interessiert hat. Sowohl die bekannten süßen Speisen, wie Helva, Baklawa und Locum, als auch das herzhafte Streetfood, zu nennen die gegrillten Maiskolben, Esskastanien, Çiğ Köfte und Simit (Sesamkringel), haben wir genossen. Dazu natürlich stets Tee, sei es als Cay oder eine der vielen anderen Geschmacksrichtungen, etwa Granatapfel oder Zimt. Insgesamt hat uns Istanbul mit seiner Endlosigkeit, Geschichte, Menschen und seinem pulsierenden Leben überzeugt.
All das verdanken wir einerseits der türkischen Schule und dem Erasmus-Programm, andererseits aber vor allem unseren begleitenden LehrerInnen: dem Schulleiter Herrn Pietraßyk-Kendziorra, der sich für diesen Austausch sehr stark eingesetzt, und Frau Finsterbusch, die das Programm erstellt und uns durch jeden Punkt und darüber hinaus begleitet hat.
Mia Wollring und Mirabelle Friedburg

